Das wohl älteste Frühlingsfestival aller Zeiten – Akitu in der Antike

Das wohl älteste Früh­lings­festival aller Zeiten – Akitu in der Antike

Vermutlich stößt du heute das erste Mal auf das Wort Akitu und fragst dich bestimmt, was es damit auf sich hat. Wieso das antike Zeitalter hier eine große Rolle spielt und Akitu heute noch aktuell ist, wirst du hier erfahren. Dazu begeben wir uns auf eine Zeitreise in die Vergangenheit:

Akitu ist das assyrische Neujahresfest und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie Gerste. Es gehört zu den ältesten aufgezeichneten religiösen Festen der Welt.

Akitu hat seinen Ursprung in der antiken sumerischen Zivilisation des südlichen Mesopotamiens und wurde im gesamten antiken assyrischen Reich gefeiert – und das jahrtausendelang. Die Menschen glaubten nämlich, dass dies der Zeitpunkt war, an dem der Schöpfungsakt stattfand.

Die alten Sumerer*innen schienen sehr feierfreudig, denn sie teilten das Jahr in zwei Jahreszeiten ein – in eine „Sommersaison“ und eine „Wintersaison“, die jeweils mit jenen beiden Tagen im Jahr einsetzten, an denen Tag und Nacht etwa gleich lang sind (Tagundnachtgleiche). Dies wurde durch zwei landwirtschaftliche Feste gefeiert, die die Aussaat der Gerste im Herbst und das Schneiden der Gerste im Frühjahr markierten.

Das landwirtschaftliche Leben spielte eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft im antiken Mesopotamien. Dieser Lebensstil spiegelte sich auch in den bunten Feierlichkeiten der Assyrer*innen während der zwölf heiligen Tage des Neujahrsfestes wider, einer für jeden Monat des Kalenderjahres.

Inspiriert vom Frühling, die Zeit der Erneuerung, entstand Akitu als Naturfest, welches zugleich die Trauer der Natur über das Sterben aller wachsenden Dinge und die Freude über ihre Wiedergeburt ausdrücken sollte.

Das Fest diente auch als politisches Mittel, das von der Monarchie bzw. der zentralen Priesterschaft eingesetzt wurde, um die Vorherrschaft des Königs, des Nationalgottes und seiner Hauptstadt zu sichern. Politik und Religion waren im damaligen Assyrischen Reich nämlich fest miteinander verwoben.

Die Ankunft des Frühlings feierten die Menschen in Ninive zwölf Tage lang ausgiebig im Rahmen des sogenannten Neujahrsfestes. Beginnend mit dem ersten Tag des Aprils, auch „Kha b-Nisan“ genannt, vermittelten verschiedene Darbietungen des Publikums, der Priester und sogar des Königs diese wichtigen Botschaften:

Der Tod ist besiegt, das Leben ist aus den kalten und dunklen Tagen des Winters wieder auferstanden, der Frühling ist zurückgekehrt und das Gute hat über das Böse gesiegt.

Im Zuge dessen brachten Menschen aus verschiedenen Städten die Statuen ihrer Götter und Göttinnen in einer heiligen Prozession in die Stadt Babylon.

Zwar glaubten sie an Götter als Naturkräfte, doch hatten sie das erste hochentwickelte monotheistische Glaubenssystem. So kam es auch, dass die assyrische Nation als solche die erste war, die zum Christentum konvertierte.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts begannen assyrische Intellektuelle im Irak die Verbindung des Feiertags zum alten Assyrien zu erforschen. Diese entwickelten in den 1950er und 60er Jahren mit Unterstützung der Regierung eine Vielzahl von literarischen sowie kulturellen Zeitschriften und Journalen und trugen so zu einer intellektuellen Renaissance bei. Während Akitu ursprünglich eine religiöse Feierlichkeit darstellte, zelebrieren Menschen heute das Fest aus kulturellen Gründen.

Akitu Prozession in Babylon (Illustration: Peter Jackson)

Ishtartor, Pergamon Museum Berlin (Foto: Jessica Lahdow)

Prozessionsstraße Babylon, Pergamon Museum Berlin
(Foto: Jessica Lahdow)

Lamassu Statue, Pergamon Museum Berlin
(Foto: Jessica Lahdow)

Assyrische Zeremonie, Pergamon Museum Berlin
(Foto: Jessica Lahdow)

Assyrisches Relief, Pergamon Museum Berlin (Foto: Jessica Lahdow)

Vermutlich stößt du heute das erste Mal auf das Wort Akitu und fragst dich bestimmt, was es damit auf sich hat. Wieso das antike Zeitalter hier eine große Rolle spielt und Akitu heute noch aktuell ist, wirst du hier erfahren. Dazu begeben wir uns auf eine Zeitreise in die Vergangenheit:

Akitu ist das assyrische Neujahresfest und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie Gerste. Es gehört zu den ältesten aufgezeichneten religiösen Festen der Welt.

Akitu hat seinen Ursprung in der antiken sumerischen Zivilisation des südlichen Mesopotamiens und wurde im gesamten antiken assyrischen Reich gefeiert – und das jahrtausendelang. Die Menschen glaubten nämlich, dass dies der Zeitpunkt war, an dem der Schöpfungsakt stattfand.

Die alten Sumerer*innen schienen sehr feierfreudig, denn sie teilten das Jahr in zwei Jahreszeiten ein – in eine „Sommersaison“ und eine „Wintersaison“, die jeweils mit jenen beiden Tagen im Jahr einsetzten, an denen Tag und Nacht etwa gleich lang sind (Tagundnachtgleiche). Dies wurde durch zwei landwirtschaftliche Feste gefeiert, die die Aussaat der Gerste im Herbst und das Schneiden der Gerste im Frühjahr markierten.

Das landwirtschaftliche Leben spielte eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft im antiken Mesopotamien. Dieser Lebensstil spiegelte sich auch in den bunten Feierlichkeiten der Assyrer*innen während der zwölf heiligen Tage des Neujahrsfestes wider, einer für jeden Monat des Kalenderjahres.

Inspiriert vom Frühling, die Zeit der Erneuerung, entstand Akitu als Naturfest, welches zugleich die Trauer der Natur über das Sterben aller wachsenden Dinge und die Freude über ihre Wiedergeburt ausdrücken sollte.

Das Fest diente auch als politisches Mittel, das von der Monarchie bzw. der zentralen Priesterschaft eingesetzt wurde, um die Vorherrschaft des Königs, des Nationalgottes und seiner Hauptstadt zu sichern. Politik und Religion waren im damaligen Assyrischen Reich nämlich fest miteinander verwoben.

Die Ankunft des Frühlings feierten die Menschen in Ninive zwölf Tage lang ausgiebig im Rahmen des sogenannten Neujahrsfestes. Beginnend mit dem ersten Tag des Aprils, auch „Kha b-Nisan“ genannt, vermittelten verschiedene Darbietungen des Publikums, der Priester und sogar des Königs diese wichtigen Botschaften:

Der Tod ist besiegt, das Leben ist aus den kalten und dunklen Tagen des Winters wieder auferstanden, der Frühling ist zurückgekehrt und das Gute hat über das Böse gesiegt.

Im Zuge dessen brachten Menschen aus verschiedenen Städten die Statuen ihrer Götter und Göttinnen in einer heiligen Prozession in die Stadt Babylon.

Zwar glaubten sie an Götter als Naturkräfte, doch hatten sie das erste hochentwickelte monotheistische Glaubenssystem. So kam es auch, dass die assyrische Nation als solche die erste war, die zum Christentum konvertierte.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts begannen assyrische Intellektuelle im Irak die Verbindung des Feiertags zum alten Assyrien zu erforschen. Diese entwickelten in den 1950er und 60er Jahren mit Unterstützung der Regierung eine Vielzahl von literarischen sowie kulturellen Zeitschriften und Journalen und trugen so zu einer intellektuellen Renaissance bei. Während Akitu ursprünglich eine religiöse Feierlichkeit darstellte, zelebrieren Menschen heute das Fest aus kulturellen Gründen.

Akitu Prozession in Babylon (Illustration: Peter Jackson)

Ishtartor, Pergamon Museum Berlin (Foto: Jessica Lahdow)

Prozessionsstraße Babylon, Pergamon Museum Berlin
(Foto: Jessica Lahdow)

Lamassu Statue, Pergamon Museum Berlin
(Foto: Jessica Lahdow)

Assyrische Zeremonie, Pergamon Museum Berlin
(Foto: Jessica Lahdow)

Assyrisches Relief, Pergamon Museum Berlin (Foto: Jessica Lahdow)